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| Atelier Syrè | |
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Oase der Schönheit"Hier ist nichts Attrappe"Von Heike Nickel, 20.11.08, 16:19h, aktualisiert 21.11.08, 13:12h Das Künstlerpaar Syré bewohnt in Schweinheim vier Höfe mit insgesamt 45 Räumen. Der Putz passt farblich zu den Kissen, die wiederum mit den Servietten der überall eingedeckten Tische harmonieren. EUSKIRCHEN-SCHWEINHEIM Schweinheim ist ein 400-Seelenort am Rande von Euskirchen, dem man gemeinhin seine beiden Burgen als Hauptattraktion zuschreibt. Dass es inmitten des alten Dorfkernes etwas gibt, das ohne Zweifel einmalig ist, wurde erst in jüngster Zeit durch eine Ausstellung im Euskirchener Stadtmuseum bekannt: das Anwesen des Künstlerpaares Syré, eine Oase der Schönheit, ein Refugium zweier Menschen, die mit Leidenschaft ein Gesamtkunstwerk geschaffen haben, das seinesgleichen sucht, eine echte "Schweinheimer Museumsmeile".
1969 kamen die beiden Künstler in den Ort, auf der Suche nach einem alten Hof. "Der Makler hatte das Objekt schon fünf Jahre im Angebot, er hat einfach keinen Dummen gefunden", erinnert sich Heinz Syré lachend. Das rund 400 Jahre alte Anwesen war in einem jämmerlichen Zustand, aber Heinz und Ingrid Syré waren begeistert. "Wir sahen sofort, was man daraus machen könnte", so die Künstlerin. Dass im Laufe der darauf folgenden 39 Jahre drei weitere Fachwerkhöfe in unmittelbarer Nähe dazukamen, die das Paar ebenfalls mit unglaublicher Akribie und Leidenschaft sanierte, restaurierte und nach seinen Vorstellungen gestaltete, schreibt Heinz Syré dem Schicksal zu. "Zufall eben, und wir haben zugeschlagen, wir wollten unsere eigenen Nachbarn sein." Was sie alles können, wie viel kreatives Potenzial und wie viel handwerkliches Geschick in ihnen beiden stecke, sei ihnen damals gar nicht bewusst gewesen. "Das alte Gemäuer war inspirierend, wir beschlossen, etwas zu schaffen, was man nicht vervielfältigen und kommerzialisieren kann", so das Paar, das seine Wurzeln im Keramikdesign hat. Heinz Syré entwarf die Formen für die Gebrauchsgegenstände, seine Frau das Dekor, beide waren damit sehr erfolgreich. Ihr Wissen und Können auf diesem Gebiet floss selbstverständlich auch in die Gestaltung der Häuser ein. Ausgefallene Kachelöfen und teils wandfüllende, fantasievolle Keramikfliesenbilder finden sich zuhauf. ![]()
Viele Außenplätze Ihre romantische Ader, ihre Begeisterung für alles Märchen- und Zauberhafte, gibt dem gesamten Anwesen einen unverwechselbaren Charakter. Wer durch die Räume streift, wird begleitet von Feen, Elfen und Lichtgestalten. Selbst auf der Toilette erzählen die Zeichnungen an der Wand eine Geschichte, die einem dicken, alten Märchenbuch entsprungen scheint. Manche Räume sind thematisch gebunden, so gibt es beispielsweise ein Traumzimmer, das die Atmosphäre einer heilen Kinderwelt vermittelt, ein hochherrschaftliches Fürstenzimmer mit Möbeln aus einer alten Burg, ein Feenzimmer, ein Jahreszeitenzimmer, eine Teddybärenzimmer und einen Ahnenraum, dessen Wände Gemälde von Ingrid Syrés Vorfahren schmücken. Ingrid und Heinz Syré verwandelten die vier Höfe, von denen der älteste alleine 360 Quadratmeter Wohnfläche hat, in ein nach ihren Vorstellungen kreiertes Universum, in dem vor allem auch die über 200 Plastiken und Skulpturen aus Keramik und Bronze zu Hause sind. Und das darf wörtlich genommen werden, denn die Kunstwerke, die sich thematisch in erster Linie zwischenmenschlichen Beziehungen widmen, stehen nicht einfach herum. Für sie wurden eigene Räume geschaffen, in denen sie vollendet zur Geltung kommen. ![]() Bis vor zehn Jahren verdienten die beiden Künstler mit der Gestaltung von Schwimmbädern und Kachelöfen in ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland ihr Geld. Eine sehr komplizierte, große Disziplin erfordernde Knochenarbeit sei das gewesen, fast jede Nacht wurde in einem der Steinzeugöfen gebrannt. "Interessenten konnten hier in unseren Häusern einen Eindruck von unserer Arbeit bekommen", sagt Ingrid Syré. Schweinestall und Rübenplatz wurden eigens zu einem Schwimmbad umgebaut, ein gutes Dutzend teils riesiger Kachelöfen sind gleichfalls vor Ort. "Und alles funktioniert, hier ist nichts Attrappe", betont Heinz Syré. Mittlerweile beschäftigen sich die beiden Schweinheimer nur noch mit ihren Bronzearbeiten. Fast 40 Jahre nach Kauf des ersten Hofes sei alles perfekt, so Heinz und Ingrid Syré. Ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk, das in symbiotischer Gemeinschaftsarbeit entstanden ist, wurde geschaffen - und sie würden es sofort wieder machen. Und stünde in unmittelbarer Umgebung doch noch einmal ein Hof zum Verkauf, Ingrid und Heinz Syré würden wohl ohne großes Zögern wieder zuschlagen. Und das, obwohl sie beide längst in jenem Alter sind, das Ruhestand verheißt.
http://www.euskirchen-online.ksta.de/jeo/artikel.jsp?id=1226655106245
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